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Wer liebt schon sein Leben?

Ganz ehrlich wer kann schon sagen, dass er mit allem in seinem Leben zufrieden ist? Ich kann keinem glauben der das von sich behauptet. Jeder hat irgendetwas womit er nicht zufrieden ist, was natürlich traurig ist, wenn man bedenkt das es anderen noch viel schlechter geht als uns. Ich will mich jetzt nicht in endlosen Beispielen verlieren, ich sage nur, das unsere Probleme im Vergleich zu anderen schon eher lösbar erscheinen als wenn sie für sich allein stehen. Doch meist macht der direkte Vergleich es nur noch schlimmer – wir fühlen uns doppelt mies, da wir uns beschweren, obwohl wir genau wissen das wir es besser haben als Andere.

Ein Beispiel –  vorhin kämpfte mit meinen Minderwertigkeitskomplexen, während ich krampfhaft etwas zu Papier zu bringen versuchte. (Ich will nicht von den Dächern schreien, dass ich schreibe oder zeichne, denn ich habe, wegen oben genanntem Grund, nichts sehenswertes zu Stande gebracht.) Im Tv lief der Spot über die SOS Kinderdörfer und ich fühlte mich schlecht wegen meiner eigenen Komplexe…

Ist es wahr, das der Mensch nur dann glücklich sein kann, wenn er das Unglück Anderer vollkommen ausblendet? Wer denkt, wenn er mit seinen Freunden lacht schon an Waisenkinder aus der dritten Welt denen das verschmutzte Wasser Löcher in die Wangen frisst? Genau das erzählte ich vor ungefähr einem halben Jahr einer Lehrerin in der Berufsschule. Sie hatte mich darauf angesprochen, warum ich nicht mit einem verdammten Dauergrinsen durchs Leben ziehe. Sie sieht mich wie ich durch den Flur gehe, sie sieht mich in der Klasse, während des Unterrichts, was will die denn von mir? Was soll ich denn grinsen, wenn es nichts zu grinsen gibt. Nachdem ich das gesagt hatte sagte sie wortwörtlich:

„So wie du das beschreibst…, klingt das sehr nach Depressionen.“ Ich starre sie an, und kann es nicht fassen. Eine ausgebildete Pädagogin, huh?

Nach dieser unglaublich fachlichen Diagnose wollte sie mir sofort Pillen aufdrücken. Sie redete irgendeinen Mist von Ausgeglichenheit und Lebensfreude und faselte immer weiter. Ich schlug jeden weiteren Rat aus und ließ mir Versprechen das meine Eltern von dem Scheiß nichts erfahren würden. Und jetzt ratet wer am selben Abend am Telefon war.

Was danach kam war witzig: meine Mutter kam mehrmals ohne jeden Grund in mein Zimmer und beobachtete mich. Sie fragt mich was ich mache. Ich sage ich tue nichts. Ich wusste sofort das die Erzieherin gequatscht hatte.

 Das wiederholte sich an diesem Abend mehrere Male bis sie mir von dem Anruf erzählte.

Bin ich depressiv nur weil ich über weniger erfreuliche Dinge nachdenke als Musik oder Fernsehen? Ich mag diese Gedanken und mittlerweile habe ich mich auch mit gelegentlichen Stimmungsumschwünge angefreundet. Letztendlich, kann man die Menschheit nicht von Heute auf Morgen zum besseren erziehen, doch wenn jeder der Traurig ist sein Leben in einem durch Pillen verursachten, dauerglücklichen Wachkoma zubringt ist der Welt auch nicht geholfen. Ich glaube, alles was wir tun können ist erst uns selbst wieder auf die Beine zu helfen, bevor man Schritt für Schritt den anderen Menschen die gestürzt sind aufzuhelfen.

Dee, out.

18.6.09 12:58
 


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